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Januar 23, 2015

Herzzerbrechend

Neue Rubrik im Blog! Startet mit: Denis Becker's Plakate gegen Massentierhaltung

Ich starte auf dem Blog eine neue Rubrik, in der ich tolle Beispiele für Weltrettungsgestaltung anderer Illustratoren, Designer, Künstler, Organisationen, Unternehmen etc. vorstelle. Vor allem – klar – mit Bezug zur Tierbewegung und zur Umweltbewegung, weil diese beiden mir einfach nahe sind. Und so eng miteinander verzahnt, dass man sie oft kaum getrennt denken kann.

Es gibt unheimlich viel tolle Inspiration zu dem Thema, aber es ist manchmal soooo schwer, sie zu finden! Zum Themengebiet Klimawandel existieren mittlerweile eine ganze Reihe an Sammlungen visueller Ideen, und die Ökobewegung ist auch schon lange aktiv und kreativ. Zu meinem Herzensthema Tierrechte (und begleitende Bereiche) finde ich es aber nach wie vor mühselig, gut gestaltete und effektiv wirkende Arbeiten zu entdecken – zumindest wenn man vor allem an Illustration interessiert ist. Ich möchte mal sammeln, was mir so als inspirierend und bemerkenswert auffällt. Und sehe zu, dass ich in nächster Zeit mein Pinterest-Profil zu einer Datenbank dafür umgebastelt bekomme.


 

So. Ich starte mit einem Projekt, das – so ganz entgegen meinem Vorsatz – nicht illustriert ist. Eigentlich bin ich auch eher ein Freund des positiven Ansatzes beim Thema Change Communications, aber diese Arbeit hat mich trotz ihrer Schmerzhaftigkeit so berührt, dass ich sie vorstellen muss.


 

Das sind einige Ausschnitte einer Plakatreihe von Denis Becker, die komplette Serie ist auf www.denisbecker.com zu sehen. Er stellt eigentlich „nur“ Fotos und Beschreibungen von alltäglichen Szenen aus der Massentierhaltung und eine Handvoll Infos mit dem gegenüber, was aus diesen Tieren mal werden wird: nämlich ein fertig gekochtes, nett angerichtetes Gericht auf einem Teller, inklusive Rezept.
Aber die Fotos sind so behutsam ausgewählt, dass man nicht auf eine homogene Masse namenloser, identitätsloser „Nutztiere“ schaut, sondern lauter Persönlichkeiten ins Gesicht. Und man sieht jedes Detail der Federn, der Haut, den Dreck, die Verwahrlosung, die Hilflosigkeit. Lebendig, atmend, dich anblickend, in jedem Bild – es ist herzzerbrechend. Das Ganze wirkt weniger gruselig oder brutal, wie es oft bei Bildern aus der Massentierhaltung ist, sondern macht mich vielmehr sehr, sehr betroffen.

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Kognitive Dissonanz in einer Bilderserie auf den Punkt gebracht – wer Tierprodukte isst und sich hier traut, sein Herz aufzumachen, dem wird schwindelig.

Ich empfehle sehr, die Bilder auf der Webseite anzusehen, weil größer.
Und noch mehr empfehle ich, sie in Postergröße anzusehen und nicht nur auf dem Computerbildschirm, so wirken sie erst richtig. In der TU Berlin sind sie derzeit vor dem Audimax (H 0105) ausgestellt, und zwar begleitend zu den Umweltpolitischen Themenwochen. In diesem Rahmen finden noch bis zum 06.02.2015 wöchentlich öffentliche Vorträge zu umwelt- und tierbezogenen Themen statt. Geht hin, lernt was und lasst euch bewegen.